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Endometriose

Wissen weitergeben: Endometriose des Ischiasnervs diagnostizieren und behandeln – mit Know-how in Neuropelveologie

Marc Possover,
Mai 29, 2020

Die von Prof. Possover gegründete Fachdisziplin der Neuropelveologie offeriert neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei der Behandlung chronischer ungeklärter Beckenschmerzen bzw. Funktionsstörungen. Eine dieser Therapiemöglichkeiten bezieht sich auf die tief infiltrierende Endometriose des Ischiasnervs¹. Bei dieser besonderen klinischen Form der Becken-Neuropathie siedelt sich Endometrium direkt am Ischiasnerv an, was bei den betroffen Frauen zu quälenden brennenden Schmerzsymptomen im Beckenbereich, den Beinen und Füssen sowie zu Funktionsausfällen an den Füssen führen kann – zyklisch zu Beginn, permanent schon nach wenigen Monaten. Wird die Erkrankung nicht behandelt, zerstört die Endometriose den Ischiasnerv nach und nach und die neurologischen Ausfälle, wie der Verlust der dorsalen und plantaren Flexion des Fusses, werden schliesslich irreversibel.

 

Voraussetzung für eine ätiologische Behandlung ist, dass die Endometriose des Ischiasnervs überhaupt erkannt wird. Die meisten Betroffenen suchen eher einen Neurologen, einen Rückenspezialisten (Neurochirurgen, Orthopäden) oder einen Schmerztherapeuten auf, da die typischen Symptome der Erkrankung nicht den Charakter von gynäkologischen Schmerzen zeigen. Auch Gynäkologen, die mit der Endometriose des Ischiasnervs nicht vertraut sind, überweisen Patientinnen mit solchen Symptomen häufig an einen entsprechenden Facharzt.

Ischialgie unklarer Genese oder Endometriose des Ischiasnervs?

Bei der Endometriose des Ischiasnervs werden die auftretenden Beschwerden durch den Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) verursacht. Da die Schmerzen im Versorgungsbereich des Ischiasnervs auftreten, handelt es sich um eine Ischialgie, auch Ischiassyndrom genannt. Vor rund 15 Jahren lenkte Prof. Possover in medizinischen Fachkreisen die Aufmerksamkeit auf diese Erkrankung. Meistens wird diese Art der Neuralgie jedoch auf orthopädische oder neurochirurgische Ätiologien, wie Bandscheibenvorfälle an den Lenden- oder Kreuzbeinwirbeln, Entzündungen, Facetten-Syndrom, Stenose der Foraminae etc. zurückgeführt. Kann keine orthopädische bzw. neurochirurgische Ursache festgestellt werden, wird dieses Schmerz-Syndrom als „Ischialgie unklarer Genese“ bezeichnet. Selten wird von den Fachärzten in Betracht gezogen, dass eine Schädigung des Ischiasnervs, der zwischen dem Rückenmark und den Beinen durch das Becken verläuft, zu solch einer „Ischialgie unklarer Genese“ führen kann.

 

Mit Kenntnissen in Neuropelveologie die Endometriose des Ischiasnervs sicher diagnostizieren

Ärzte hingegen, die sich mit der Neuropelveologie beschäftigen und die Diagnose- und Behandlungsverfahren erlernen, die auf diese junge medizinische Disziplin aufbauen, können bei einem entsprechenden Verdacht schnell klären, ob es sich um eine Endometriose des Ischiasnervs handelt. Zur Bestätigung wird die Laparoskopie eingesetzt. Durch die laparoskopische Exploration der Beckennerven können Irritationen, Kompressionen, Verletzungen oder Tumore der Beckennerven festgestellt und behandelt werden. Die Therapie beruht auf der Adaptation neurochirurgischer Prozeduren an den Beckennerven per Laparoskopie². Mehr zur neuropelveologischen Diagnose und Behandlung der Endometriose des Ischiasnervs und der Sakralwurzeln.

Laparoskopische Entfernung der Endometriose des Ischiasnervs

Der einzige Weg, die Endometriose sicher vom Ischiasnerv zu entfernen, ist die Bauchspiegelungschirurgie. Der Einsatz winziger Kameras ermöglicht eine minimalinvasive, hoch präzise Behandlung unter bestmöglicher Schonung der Nerven. Eine Hormontherapie ist nicht zielführend und birgt das Risiko, eine operative Behandlung der Erkrankung unnötig zu verzögern. Diese jedoch ist zwingend notwendig, um einen irreversiblen Schaden an den Nerven und die damit verbundenen motorischen Defiziten zu vermeiden.

Operationspraxis am Endometriosezentrum Zürich

Im Endometriosezentrum Zürich in der Schweiz – ein Teil des Possover International Medical Centers –, hat Prof. Possover bereits mehr als 350 Operationen zur Entfernung der Endometriose am Ischiasnerv durchgeführt. Er ist damit der weltweit führende Experte für die laparoskopische Behandlung der Endometriose am Ischiasnerv. Das Endometriosezentrum Zürich bietet den Patientinnen eine individuelle Beratung sowie Therapien nach dem neuesten medizinischen und wissenschaftlichen Kenntnisstand. Es wurde durch internationale Gutachter geprüft und als erstes Zentrum in der Schweiz von der „Stiftung Endometriose-Forschung“ und der „Europäische Endometriose Liga“ zum Endometriosezentrum Stufe III zertifiziert. Das Possover International Medical Center ist zugleich das weltweit erste Kompetenzzentrum für Neuropelveologie. Der Fokus liegt auf zukunftsweisenden Methoden der speziellen Beckenchirurgie.

Nervsparende Operationstechniken durch Weiterentwicklung der Laparoskopie

Auf Basis seiner jahrelangen Grundlagenforschung und klinischen Forschung im Bereich der Endometriose mit Schwerpunkt auf die tief infiltrierende Endometriose hat Prof. Possover auch die Diagnostik und die operativen Behandlungsmethoden an den Beckennerven per Bauchspiegelung vorangebracht. Die speziell für den Einsatz an den Beckennerven weiterentwickelte Laparoskopie ermöglicht dank hochauflösender Videokameras und einer besonderen Vergrösserung die nervenschonende Operation am Ischiasnerv und allen anderen Beckennerven. Durch die laparoskopische Erreichbarkeit aller Beckennerven können die Funktionen von Blase, Darm und Sexualorganen erhalten werden.

Online-Weiterbildung – komfortabel und ortsunabhängig mit eLearning

Die Entfernung der Endometriose am Ischiasnerv ist die anspruchsvollste aller Operationen im Beckenbereich. Sie fordert vom Operateur ein solides Wissen vom anatomischen Komplex des Beckens – besonders der Beckennerven –, und eine umfassende chirurgische Erfahrung. Um diese Kompetenzen zu stärken und weltweit zu etablieren, gibt Prof. Possover sein über Jahre hinweg gewachsenes Wissen in der Disziplin der Neuropelveologie und das Know-how, das für die Diagnosestellung und die Behandlung von Erkrankungen der Beckennerven notwendig ist, an Ärztekollegen auf der ganzen Welt weiter.

 

Um Ärzten ortsunabhängig eine komfortable Weiterbildung auf dem Gebiet der Neuropelveologie zu ermöglichen, hat Prof. Possover The International School of Neuropelveology ISNP gegründet und eine eLearning Plattform ins Leben gerufen. Die Motivation resultiert aus dem Wunsch, den betroffenen Patienten weltweit Zugang zu den von ihm entwickelten neuen Behandlungsverfahren zu ermöglichen. Die Lernmodule enthalten auch das Knowledge, das einen Arzt dazu befähigt, eine Endometriose des Ischiasnervs sicher zu diagnostizieren und den betroffenen Patientinnen dadurch den Weg zu einer ursächlichen Behandlung zu eröffnen. Die Lerninhalte und Workshops richten sich an Gynäkologen, Chirurgen und Urologen genauso wie an allgemeine Ärzte und Schmerztherapeuten weltweit.

Einsteigen mit eLearning Kurs Neuropelveologie Level 1

Die ersten Schulungsvideos sind kostenfrei zugänglich. Sie vermitteln Ihnen einen Eindruck des eLearning Kurses Neuropelveologie ISON Level 1. Sie haben Zugang zu Theorie und Praxiserfahrung aus erster Hand und können bequem, zu jeder Zeit und von jedem Ort aus online lernen. Zudem vermittelt Prof. Possover sein Wissen auch bei Live-Veranstaltungen und auf Kongressen

Sie leisten mit Ihrer fachlichen Weiterbildung in der Neuropelveologie auch einen Beitrag dazu, den noch weitgehend unbekannten Sektor der Pathologie der Beckennerven, vor allem der somatischen Beckennerven, in der medizinischen Praxis voranzutreiben. Vielen verzweifelten Patienten können Sie damit die Chance bieten, wieder zu mehr Lebensqualität und einem schmerzfreien Alltag zurückzufinden.

eLearning Platform Neuropelveologie jetzt kennenlernen: The International School of Neuropelveology

 ¹Possover M, Schneider T, Henle KP. Laparoscopic therapy for endometriosis and vascular entrapment of sacral plexus. Fertil Steril. 2011 Feb;95(2):756-758

 ²Possover M. New surgical evolutions in management of sacral radiculopathies. Surg Technol Int  2010;19: 123-128

 

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